Magnetisiergeräte

Magnetisierbare Stoffe bestehen aus winzigen Bereichen, die sich wie kleine Magnete verhalten, sogenannte Elementarmagnete. Sind diese Elementarmagnete ungeordnet, hebt sich ihre Wirkung außerhalb des Körpers auf. Der Gesamtkörper ist dann kein „Magnet“ mehr; er ist unmagnetisch. Ist jedoch die Mehrzahl der Elementarmagnete gleich ausgerichtet, so wirkt der Körper als Magnet. Bei permanentmagnetischem Material sind für die Ausrichtung der Elementarmagnete starke externe Magnetfelder erforderlich.

Ferromagnetische oder „weichmagnetische“ Stoffe sind normalerweise nichtmagnetische Materialien, die aber magnetisiert werden können. Sie verlieren allerdings durch Erschütterungen und bei Temperaturerhöhung schnell wieder die magnetische Wirkung. Die bekanntesten ferromagnetischen Stoffe sind Eisen, Nickel und Kobalt.

Dauermagnete (auch: „Permanentmagnete“) behalten ihre magnetischen Eigenschaften über lange Zeit auch ohne Einwirkung eines externen Magnetfeldes. Zur Herstellung werden heute metallische Legierungen aus Eisen, Nickel und Aluminium mit Zusätzen aus Kobalt, Mangan und Kupfer oder auch keramische Oxidwerkstoffe (Bariumoxid, Eisenoxid) verwendet. Besonders starke Magnete werden im Sinterverfahren aus sogenannten "seltenen Erden" wie Samarium-Kobalt oder Neodym-Eisen-Bor hergestellt.
Zum Einsatz kommen Dauermagnete in Kompassen als Magnetnadel, in Elektromotoren, in elektrischen Messinstrumenten, in Lautsprechern und Kopfhörern sowie in Geräten wie Druckerköpfen, Plattenlaufwerken, magnetinduktiven Sensoren und vielen anderen.

Vor allem in der Automobilindustrie wachsen die Anforderungen an permanentmagnet-erregte Elektromotoren ständig: In immer kleineren Baugrößen soll es immer stärkere Drehmomente geben. Deshalb brauchen die Ferrit- oder Seltene-Erden-Statoren eine immer höhere Magnetisierung. Für die dafür erforderlichen Magnetisierspulen ist eine perfekte Auslegung unabdingbar, um eine optimale Magnetisierung bei gleichzeitig geringer Geräuschbildung an Motoren zu erreichen.

Seit dem Bau der ersten Magnetisierjoche von List-Magnetik bis hin zu den aktuellen Kondensator-Entladungsgeräten sind mehrere Jahrzehnte vergangen. In dieser Zeit realisierten wir viele erfolgreiche Projekte. So konstruierten und fertigten wir vor allem für die Elektromotorenfertigung der Automobilzulieferindustrie kundenspezifische Magnetisieranlagen. Diese Anlagen haben trotz niedriger Taktzeiten und oftmals 24/7-Betrieb eine lange Lebensdauer und sind weltweit im Einsatz. Unsere Expertise aus Planung, Simulation, elektrotechnischer Fertigung und Bau der Magnetisierspulen ist von Großkonzernen anerkannt.

Magnetisiergeräte

Die Magnetisiergeräte UKI-MPLC arbeiten nach dem Kondensator-Entladungsverfahren mit integrierter SPS-Steuerung mit grafischem Bedienterminal. Zum Einsatz kommen sie bei der mehrpoligen Magnetisierung aller Arten von Permanentmagnetsystemen, insbesondere zur Magnetisierung von Seltenen-Erden-Magnetwerkstoffen. Diese Geräte statten wir gemäß unserem Qualitätsstandard mit allen notwendigen Sicherheitskomponenten (DIN EN 13849-1) aus. Sie verfügen über entsprechende Meldesignale zum Einsatz in der Fließfertigung.

In Kombination mit unseren Impulstransformatoren IT-1 und IT-2 sind Impulsströme von bis zu 100 kA möglich. Dies erlaubt eine optimale Sättigungsmagnetisierung mehrpoliger Seltenen-Erd-Magneten bei sehr enger neutraler Polwechselzone und gleichzeitig sehr hohen Taktzeiten.

Die Geräte sind mit folgenden Funktionen lieferbar:

  • Individuell auf die Motorengeometrie angepasste Magnetisierspulen
  • Magnetfluss-Messeinrichtung (Fluxmeter FL-3)
  • Integrierte Stromüberwachung zur Kontrolle der Magnetfeldstärke
  • Integrierte Temperaturüberwachung der angeschlossenen Magnetisiervorrichtung
  • Integrierte Profibus-Schnittstelle

Jedes Magnetisiergerät konstruieren wir gemäß seinem individuellen Einsatz. Um ein Angebot für Ihre Magnetisierungsaufgabe zu erstellen, benötigen wir folgende Daten:

  • Magnet- (Magnetsystem-) Geometrie
  • Magnetmaterial oder -Bezeichnung
  • Magnetisierungsart / Anzahl der Pole
  • Taktzeit im Produktionsbetrieb
  • Muster oder Zeichnung des Magnetsystems